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16-06-2017 - 20:15

Stellungnahme der Spherebox UG zu den Ergebnissen der Innenministerkonferenz 2017


Kategorie: IT, New Media & Software
Pressemitteilung von: Spherebox UG (haftungsbeschränkt)

Stellungnahme der Spherebox UG zu den Ergebnissen der Innenministerkonferenz 2017

Berlin, 16.06.2017: Das ZDF heute journal hat die Spherebox UG um eine Stellungnahme zum offiziellen Ergebnis der Innenministerkonferenz gebeten. Bei der Konferenz wurde auch über Messenger-Dienste beraten, die mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung arbeiten. So wie Sid, das Produkt der Spherebox UG.

www.facebook.com/ZDFheute/videos/10155471443525680/

twitter.com/heutejournal/status/875098546462117888/video/1

Nach Meinung der Spherebox UG ist es generell gut, dass man sich für starke Verschlüsselung ausgesprochen hat und das Thema Hintertüren, die Software-Hersteller gesetzlich gezwungen einbauen müssten, wie im letzten Jahr angesprochen, nicht mehr aufkam.

Eine Aufweichung der Verschlüsselung durch eine solche Hintertür ("Backdoor") würde der Grundidee von Sid, eine verschlüsselte, private Kommunikation zu garantieren, indem nur Sender und Empfänger die versendeten Nachrichten ver- und entschlüsseln können, widersprechen. Aus Sicht der Spherebox UG ist es unverzichtbar, dass die Schlüssel, die für die Verschlüsselung der mit Sid versendeten Nachrichten und Dateien benutzt werden, nur auf den Geräten der Nutzer erzeugt und auch nur dort gespeichert werden, damit weder der Staat noch der Anbieter selbst oder sonstige "Angreifer" von Außen auf die Daten zugreifen können.

Sid-Nachrichten, die abgefangen werden, können nicht gelesen werden, da sie ende-zu-ende-verschlüsselt sind. Gegen den Bundestrojaner (bzw. Staatstrojaner oder Quellen-TKÜ), über den auch auf der Innenministerkonferenz diskutiert wurde, kann auch Sid nicht gegen fremdes Mitlesen schützen, da der "Angreifer" sich durch Einbruch in den Computer oder das Smartphone Zugang verschafft. Im Grunde wird dabei das betreffende Gerät gehackt, unabhängig von den Messengern die auf dem Gerät laufen. Man verschafft sich also über ein Lücke im Betriebssystem Zugang zu einem individuellen Gerät. Den einzig möglichen Schutz gegen einen solchen Zugriff kann hier nur der Hersteller des jeweiligen Betriebssystems liefern.

Sid kann also das unerwünschte pauschale Mitlesen Dritter verhindern, das durch ein Abfangen aller gesendeten Nachrichten und Dateien möglich wäre, die gar nicht oder nur schwach verschlüsselt sind. Die gezielte Personenüberwachung durch den Staat wird damit allerdings nicht unterbunden, dies war aber auch kein Ziel bei der Entwicklung von Sid.

Dass als Ergebnis der Innenministerkonferenz 2017 nun verstärkt auf den Bundestrojaner gesetzt wird, betrifft das Produkt Sid nicht direkt, muss verfassungsrechtlich aber auch kritisch betrachtet werden.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Spherebox UG (haftungsbeschränkt)

Nils Krüger

Schönhauser Allee 6/7
10119 Berlin

Mail: nils@spherebox.com
Telefon: +49 30 83218030

Die Spherebox UG wurde 2015 in Berlin gegründet. Das Kernteam besteht aus Toine Diepstraten, Nils Krüger, Henri Hagenow und Klaus Voltmer. Das Start-Up setzt sich das Ziel, digitale Kommunikation so einfach und effizient wie möglich zu gestalten, ohne dabei Kompromisse bei der Datensicherheit einzugehen.

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