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15-06-2017 - 08:16

Nicht von der Stärke, sondern von der Schwäche droht Gefahr


Kategorie: Politik, Recht & Gesellschaft
Pressemitteilung von: READ - Rüdenauer Edition Autor Digital

Nicht von der Stärke, sondern von der Schwäche droht Gefahr

Die überbordende Verschuldung von Staaten (aber auch von vielen Millionen Privatleuten) kann nur noch durch Inflation beseitigt werden. Das bedeutet auch: alle an der Misere unschuldigen Geldsparer werden enteignet. Draghi ist schon dabei, aber es will ihm bisher nicht so recht gelingen. Doch „gut Ding“ will Weile haben. Je mehr Druck in den Kessel kommt, desto brisanter wird er. Die Ponzi-Spiele der Notenbanken haben sich längst verselbständigt und werden sich mit katastrophalen Folgen für die Realwirtschaft und den Wohlstand von wahrscheinlich mehreren Milliarden Menschen auch autonom „lösen“.

Das Feldexperiment der drei großen Notenbanken der Welt, FED, EZB und BoJ mit Aufkäufen von Vermögenswerten und einer beispiellosen Ausweitung der Geldmenge sowie mit Null- oder Negativzinsen und damit Enteignung von Geldsparern ist Neuland. Jedenfalls ist bisher nicht bekannt, daß jemals in der Geschichte Machthaber mit diesen Mitteln experimentiert haben. Die großen Schwächen dieses Experiments sind bereits offensichtlich: Massenhafte Fehlallokation von Kapital, Umverteilung von Vermögen von den Geldsparern zu den Sachwertesparern und damit verbunden Verstärkung der sozialen Schieflage der Gesellschaften, offensichtlich keine Möglichkeit, auf geordnete Weise wieder zu normalen Verhältnissen zurückzukehren. Wie es aussieht, muß also mit einem großen Crash gerechnet werden, da exponentielle Steigerungen der Geldmenge und der Verschuldung ihre natürliche Grenze haben.

Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, wann das Ponzi-Spiel der Notenbanken zusammenkracht und dabei die Realwirtschaft mit den Existenzgrundlagen vieler Millionen Menschen mit in den Abgrund reißt.

Die USA stecken in der größten Krise ihrer 200jährigen Geschichte. Das Land ist ebenso hoffnungslos Überschuldet wie die europäischen Südländer. Zudem ist die Infrastruktur marode und die Wirtschaft stagniert. Nicht verantwortungsvolle Politiker, sondern geldgierige Bankster beherrschen das Land. Von der FED gerettet werden können die USA nicht, wenn diese auch gern einen anderen Eindruck erwecken möchte. Die Einschränkung „eigentlich“ ist jedoch gewichtig. Denn daß der US-Dollar seinen korrekten (viel geringeren) Wert annimmt, wird dadurch verhindert, daß er immer noch von allzu vielen, darunter den wirtschaftlich stärksten Staaten als Reservewährung und für den internationalen Zahlungsverkehr als Transaktionswährung genutzt wird.

Daß der eigentlich sieche Dollar noch lebt, ist auch der Tatsache zu verdanken, daß die FED unter Einsatz des Wallstreet-Bankstertums alles unternimmt, um seine Entthronung zu verhindern. So wird seit langem der Goldpreis an der us-amerikanischen COMEX immer wieder kräftig mit (ungedeckten?) Derivaten im Umfang vieler Milliarden nach unten geprügelt. Damit soll vermutlich verhindert werden, daß die Russen und die Chinesen der Welt eine neue goldgedeckte und damit nicht mehr beliebig manipulierbare Währung präsentieren. Das wäre das Ende des Dollars. Die Amerikaner werden es nicht verhindern können. Ob Trump das klar ist, der Wall-Street-Banker und Militärs auf Schlüsselpositionen seines Kabinetts gesetzt hat?

Die miserable realwirtschaftliche Entwicklung der USA spiegelt sich seit langem schon nicht mehr in den aufgeblähten Aktienkursen wider. Sie sind derzeit im Durchschnitt dreimal so hoch wie es bei wirtschaftlicher Betrachtung gerechtfertigt wäre. Ein Paradies für risikofreudige Zocker. Aber keine Grundlage für künftige Prosperität.

Die USA befinden sich seit langem im wirtschaftlichen Niedergang. Daß sie hohe Außenhandelsdefizite haben, liegt an der mangelnden Konkurrenzfähigkeit der US-Wirtschaft. Multimilliardenunternehmen wie Microsoft, Google, Facebook spülen zwar ihren Eigentümer hohe Milliardenbeträge in die Taschen, aber sie bereichern nicht die USA und die Mehrheit der Amerikaner. Die USA müssen reindustrialisiert werden. Wenn Trump klug ist, sucht er sich dafür Partner und kooperiert zum gegenseitigen Nutzen. Anstatt über das Außenhandelsdefizit seines Landes zu jammern und es mit Mitteln zu bekämpfen zu wollen, die mehr schädliche Nebenwirkungen als Nutzen für sein Land brächten, sollte er vor allem von deutschen Mittelstandsunternehmen lernen und diese zu Investitionen in den USA einladen.

Trump sollte genauso wie die europäischen Politiker endlich den eigenen Hof kehren anstatt an den besser gepflegten Höfen anderer herumzumäkeln. Das dies durch die unsinnige Geldpolitik der Notenbanken erschwert wird, ist nun nicht mehr zu ändern. Die fällige autonome Rekonvaleszenz der Weltfinanzwirtschaft muß hingenommen aber politisch vernünftig begleitet werden. In diesem Zusammenhang können – wenn Intelligenz und Fähigkeiten der Verantwortlichen ausreichen – gleich mehrere Schwachpunkte zugleich angegangen werden. Darunter vor allem die Zügelung des Bankstertums. Außer klassischen Bankgeschäften darf Banken nichts erlaubt sein. Derivate, die nicht hundertprozentig gedeckt sind und/oder mit Hebeln versehen sind, gehören ausschließlich in Spielbanken. Im Hinblick auf die absehbare wissenschaftlich-technisch Entwicklung und deren Einfluß auf die Beschäftigung ist eine grundlegende Korrektur der sozialen Schieflage geboten und dafür zu sorgen, daß alle Bürgerinnen und Bürger am gemeinsam erarbeiteten Volkseinkommen gerecht beteiligt werden. Politiker dürfen sich nicht mehr darauf beschränken, ihre und ihrer Parteien Pfründen möglichst ertragreich für sich selber und für ihre Kleintele zu verwalten, sondern müssen sich als Diener ihrer Wähler begreifen und als einzige Ziel die Sicherung und die Mehrung des Allgemeinwohls verfolgen.

Die gegenwärtige politische Stabilität in Europa und den USA – von anderen Ländern gar nicht zu reden – ruht auf brüchigem sozialem und realwirtschaftlichem Fundament, das zudem noch durch die Folgen des unverantwortlichen Feldexperiments der Notenbanken paralysiert wird. Es ist eine Stabilität wie sie Eisernen Lungen einem sterbenden Körper verleihen.

Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit Jahren das ebenso interessante wie fragwürdige Treiben der Menschentiere, vor allem das ihrer „Eliten“. Seine Beobachtungen dokumentiert und kommentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“. 7 Bände sind bisher erschienen. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.

READ Pressestelle

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

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Manfred R.A. Rüdenauer, Dipl.-Kfm.
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eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital ist ein eBook-Verlag, der auf praxisorientierte Fachliteratur für berufliche und politische Kommunikation und Führung sowie auf die Herausgabe zeitlos-zeitkritischer Aphorismen- und Gedichtbände von Prof. Querulix spezialisiert ist.

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