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13-09-2013 - 16:25

Projekt „Social Entrepreneurship – Initiative für die Gleichberechtigung aller gesellschaftlichen Gruppen”


Kategorie: Gesundheit & Medizin
Pressemitteilung von: Stiftung Liebenau
PR Agentur: Liebenau Teamwork Kommunikation GmbH

Projekt „Social Entrepreneurship – Initiative für die Gleichberechtigung aller gesellschaftlichen Gruppen”

VARNA/MECKENBEUREN-LIEBENAU – Perspektiven schaffen, Integration verwirklichen, grenzüberschreitende Erfahrungen nutzen und der Bevölkerung im eigenen Land eine Zukunft bieten: Dieses Ziel verfolgt ein vom Europäischen Sozialfonds (ESF) mitfinanziertes Projekt in Bulgarien. Dort soll unter Federführung des einheimischen Vereins „Zentrum für nachhaltige soziale Entwicklung“ der Aufbau von Sozialunternehmertum gefördert werden. Als Partner an dem Programm beteiligt: die Stiftung Liebenau.


Armut zwingt zur Emigration

Immer mehr Menschen aus Osteuropa suchen bei uns im Westen ihr Glück. Auch aus Bulgarien, dem Armenhaus der EU. Die Gründe liegen auf der Hand: Die dortige Wirtschaft ist am Boden, die Arbeitslosigkeit hoch, soziale Konflikte schwelen. Und gerade den Menschen vom Rande der Gesellschaft fehlen berufliche und persönliche Perspektiven. Auf die Politik alleine zu hoffen, reicht nicht. Gefordert sind insbesondere Bürger und Organisationen mit Gründergeist, Innovationskraft und mutigen Ideen. So genannte „Social Entrepreneurs“, die Eigeninitiative zeigen und sich um eine Lösung der Probleme vor Ort bemühen. Die Arbeitsplätze für Menschen aus allen Milieus und Bevölkerungsgruppen schaffen und sich als Motoren des Wandels dafür einsetzen, dass es überall in Europa eine Zukunft gibt. Auch in Bulgarien.

Voneinander lernen

Ein von der EU mitfinanziertes Projekt will den Aufbau eines solchen Sozialunternehmertums fördern – indem es Akteure aus deutschen und bulgarischen Sozialunternehmen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Kommunen zum Erfahrungsaustausch zusammenbringt. Das Ziel: vom gegenseitigen Know-how profitieren und Impulse für eine langfristige Zusammenarbeit setzen. Geleitet wird das Projekt von dem gemeinnützigen Verein „Zentrum für nachhaltige und soziale Entwicklung“ mit Sitz im bulgarischen Varna. Partner ist die Stiftung Liebenau.

Aufbauarbeit leisten

Das Projekt mit dem Titel „Social Entrepreneurship – Initiative für die Gleichberechtigung aller gesellschaftlichen Gruppen”, für das der ESF 79.159 Euro und die bulgarische Regierung 13.969 Euro zur Verfügung stellen, läuft noch bis April 2014. Bis dahin soll dem Sozialunternehmertum in Bulgarien der Boden bereitet werden: unter anderem etwa durch den Aufbau eines sozialen Netzwerkes oder durch ein Fachkräfteseminar in Bulgarien. Zudem entstehen ein Film, eine Internetseite und ein Handbuch zur Gründung, Motivation und Leitung von Sozialunternehmen.

In eigenem Land arbeiten

Und solche Einrichtungen sind am Schwarzen Meer dringend nötig, wie Projektleiter Borislav Frentschev. berichtet. So fehlen insbesondere Arbeitsplätze für Menschen mit den verschiedensten Benachteiligungen: Behinderungen, psychische Erkrankungen, Abhängigkeiten. Problematisch ist auch die Situation von Personen, die eine Haftstrafe verbüßt haben und danach ohne stützendes Umfeld und Job quasi auf der Straße stehen. „Menschen unterschiedlichster ethnischer Herkunft soll die Möglichkeit zur gleichberechtigten Teilhabe, Integration und Verwirklichung auf dem Arbeitsmarkt gegeben werden“, sagt Frentschev und betont: „Das Prinzip dahinter ist, dass die Leute in ihrem eigenen Land bleiben und dort arbeiten.“

Schicksal selbst in die Hand nehmen

So wie Ivan Mihajlov. Der 30-Jährige Mann mit Handicap, der von einer schmalen Sozialrente von 65 Euro im Monat leben muss, hat den Verein „Phönix 2009“ ins Leben gerufen. Über verschiedene Projekte wie eine Theatergruppe versucht er, in Kooperation mit der Stadt Varna für sich selbst und andere ein zusätzliches Einkommen zu erzielen. Generell spüre er in seiner Heimat ein großes Interesse an der Idee des Social Entrepreneurship, meint Frentschev und berichtet von einer ganzen Reihe von geplanten Unternehmen im Bereich Altenpflege. Das größte Problem neben der Finanzierung sei es, die Kommunen zur Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen zu motivieren. Um das zu ändern, werden die Gemeindeverwaltungen mit dem ESF-Projekt auch gezielt angesprochen: „Die Idee des Sozialunternehmertums soll sich in Bulgarien ausbreiten.“

Besuch in Deutschland

Voneinander lernen, sich von Beispielen guter Praxis aus anderen Ländern inspirieren lassen: Deshalb weilte eine bulgarische Delegation um Frentschev zu einem mehrtägigen Besuch in Deutschland und informierte sich unter anderem in den Werkstätten für Menschen mit Behinderung der Liebenauer Arbeitswelten oder blickte hinter die Kulissen des Ausbildungsbetriebes im Berufsbildungswerk Adolf Aich (BBW) in Ravensburg. „Wahnsinnig beeindruckt“ sei man von dem Gesehenen. In der Stiftung Liebenau habe man auf jeden Fall den richtigen Projektpartner gefunden, ist sich Borislav Frentchev sicher: „Sie hat eine große Erfahrung im Aufbau und Leitung von Sozialunternehmen.“ Ein Know-how, das die Bulgaren nun auch in ihre eigenen Vorhaben einbringen wollen.

Liebenauer Engagement in Bulgarien

Für die Stiftung Liebenau war Bulgarien schon zuvor kein weißer Fleck auf der Landkarte. Bereits seit 15 Jahren engagiert man sich als Mitbegründer des Bulgarisch-Deutschen Sozialwerks St. Andreas (BDS) in Sachen Bildung, Gesundheit und Sozialarbeit in dem Land und leistet dort in enger Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren fruchtbare Hilfe zur Selbsthilfe. Christoph Sedlmeier, geschäftsführender Vorstand des BDS ist überzeugt davon, „dass das Zusammenwachsen in Europa nicht ohne das Zusammenwachsen im sozialen Sektor funktioniert.“

Zur (bulgarischen) Webseite des Bulgarisch-Deutschen Sozialwerks St. Andreas: asociacija-sv-andrej.org

Zur (deutschen) Webseite des Freundeskreises des Bulgarisch-Deutschen Sozialwerks: www.bulgarisch-deutsches-sozialwerk.de


Info:

Das Projekt BG051PO0017.0.07-0001-C0001 „Social Entrepreneurship – Initiative für die Gleichberechtigung aller gesellschaftlichen Gruppen” ist Teil des Operationellen Programms „Personalentwicklung”, Schema für die Bereitstellung von Zuschüssen „BG051PO001-7.0.07 „Grenzenlos – Komponente 1 – Phase 2“. Laufzeit ist vom 16. April 2013 bis zum 15. April 2014. Die Fördersumme beträgt 93.128 Euro.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Petra Oberhauser
Liebenau Teamwork Kommunikation GmbH
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Fax: +49 7542 10-1117
E-Mail: petra.oberhauser@teamwork-kommunikation.de
Internet: www.teamwork-kommunikation.de

Die gemeinnützige Stiftung Liebenau ist ein Sozial-, Gesundheits- und Bildungsunternehmen auf kirchlich-katholischer Grundlage mit rund 6 200 Mitarbeitern, mehr als 200 Angeboten und Diensten an 100 Standorten in Deutschland, Österreich, Italien, Bulgarien und der Schweiz.
www.stiftung-liebenau.de

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